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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Von Philosophen in Frankreich wird Kritik mit dem Begriff critique als eine Methode in der Moderne genutzt. In Europa wird Kritik als Methode unter den Vertretern des Existenzialismus aufgenommen. Sartres Werk Kritik der dialektischen Vernunft (Critique de la raison dialectique) wird mit einer Theorie der gesellschaftlichen Praxis (theorie des ensembles pratiques) publiziert. Über die Geschichte (histoire) bemerkt Sartre, das ihr Ursprung in der kritischen Erfahrung (expérience critique) liegt: "Ces problèmes ont une importance capitale: il a suffi de les formuler pour franchir un nouveau seuil de lŽexpérience critique; nous venons en effet de rencontrer lŽhistoire. Bien entendu, elle se présente sous sa forme la plus abstraite." (915) Sartre erwähnt auch, daß "das Schicksal in Krisen (crises) erlitten wird." (916) In Deutschland wird Sartres Werk von dem Autor Alfred Andersch in seiner Schrift Sartres Kritik an einem Kinde zu seiner Schrift Die Wörter in Form einer Rezension mit dem Vergleich eines Kindes und der schöpferischen Kritik beschrieben: "Dazwischen wird ein Kind rezensiert, als sei es ein Buch. Das Buch ist mittelmäßig, dar Rezensent ist große Klasse. Die Kritik erweist sich dem Buch als überlegen. Sie ist großmütig genug, um es nicht zu verreißen. Sie erlaubt sich ein Kunststück: die Rezension macht den Inhalt des Werks lebendiger, als der Verfasser selbst es vermochte. Man nennt das wohl: schöpferische Kritik." (917) Nach Lausberg sind Leni und Johanna Personifikationen von Lakaien-Kunst und freier Kunst im Drama Les Séquestrés dŽAltona Sartres. (918) Lausberg verwendet die Bezeichnungen Kunst als Richterin und Kunst als Trägerin der Wahrheit. (919) Die Schrift Épistémologie générale ou critique de la connaisance erscheint von Roger Verneaux im Jahre 1987. Verneaux verwendet für die Hauptströmungen der Wissenslehre (courants principeaux de lŽépistémologie) die Begriffe Skeptizismus (scepticisme), Empirismus (empirisme), Rationalismus (rationalisme), Idealismus (idéalisme) und Realismus (réalisme). (920) Als grundlegende Zeichen (notations fondamentales) für die Kritik (critique) nennt er das Wissen (connaissance), die Wahrheit (verité), die Sicherheit (certitude), die Evidenz (évidence) und den Fehler (erreur). (921) Als Gegensatz dazu nennt er als essentielle Thesen (thèses essentielles) des Realismus (rèalisme) die Empfindung (sensation), die Reflexion (réflexion), die Abstraktion (abstraction), die Affirmation (affirmation), die Einführung (induction) und Übersetzung (traduction) der lateinischen Texte (textes latins). (922) Verneaux definiert die Kritik (critique) als eine Analyse (analyse) der Funktionen des Wissens (fonctions de connaisance): "La critique exige certainement une analyse des fonctions de connaisance et du sujet connaissant, et nos ne seulement une analyse logique ou rationnelle." (923) Jean-François Lyotards Werk Der Enthusiasmus wird mit dem Untertitel Kants Kritik der Geschichte im Jahre 1988 veröffentlicht. Lyontard beschreibt im Vorwort seiner Analytik des Erhabenen nach Kant sein Verfahren als Erklärung des Textes: "Das Genre dieser Lektionen ist bescheiden. Einst nannte man es "Texterklärung". Eine seiner Regeln besteht darin, die Erklärung des Textes im Text ohne Zuhilfenahme äußerer Quellen zu finden. Was ich getan habe, auch wenn ich die Belegstellen auf alle drei Kritiken ausgeweitet habe, wie es die Analytik des Erhabenen nötig macht." (924)
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