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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Dominik Lacapra stellte im Jahre 1987 fest, daß in Anschluß an den New Criticism eine Geschichte der Kritik bedingt, "mit präzisen Begriffen die Konfiguration "Wiederholung und Wandel" in der Zeit intellektuell, institutionell, ideologisch und politisch zu bestimmen." (725) Gerhard Graff schreibt über das Pathos der Literaturkritiker als Gelehrte an Universitäten in Amerika einen Bericht: "Die meisten von uns assoziieren die Praxis akademischer Literaturkritik nicht mit der Vorstellung intensivem Leidens. In unseren Augen ist ein Professor-Kritiker jemand, den man einigermaßen gut bezahlt für ein Leben, das aus Unterrichten, dem Lesen von Büchern und dem Schreiben von Artikeln und weiteren Büchern über diese besteht, der mit einiger Regelmäßigkeit in den Sommerferien, während der Freisemester und mit Hilfe von Forschungsstipendien ins Ausland fährt, auf Partys oder Tagungen Chivas Regal und Jack Daniels trinkt und im allgemeinen von den leidvolleren Arten des Schreckens und der Angst relativ verschont bleibt." (726) Die Reihe Contempory Literary criticism ordnet in einem Führer (guide) nach Gattung, Herkunft und Zeit das Werk eines Autors einem Kritizismus (criticism) zu.
Für die Erschließung des amerikanischen Kritizismus ist hier René Wellek zu nennen. Mit der Übersetzung von Welleks Schrift Concepts of criticism unter dem Titel Grundbegriffe der Literaturkritik liegt im Jahre 1965 eine Begriffsgeschichte für das Wort Literaturkritik in Deutschland vor. (728) Aufschlußreich ist auch für den deutschsprachigen Raum die Bemerkung Joseph Strelkas über den Begriff wissenschaftliche Kritik: "Aber auch daß sich wissenschaftlicher Kritik viele Hindernisse in den Weg stellen, ist nicht neu. Die angelsächsische Literaturkritik hat die diesbezüglichen scheinbaren wie wirklichen Unmöglichkeiten systematisch zu erfassen versucht und als fallacies bezeichnet." (729) Als Essays on dependence and Reformism erscheint im Jahre 1984 Andre Gunder Franks Werk Critique and Anti-Critique über die Themen social science, economic history, political economy mit einer Anti-Critique, die den Titel An Answer to Critics trägt, in der Zeitung World Development. In dem Preface zu dieser Schrift bemerkt Frank über die Eigenschaft von Essays (essays), kritisch (critical) zu sein: "As the title of the book suggests, the criterion of selection is that these essays are critical, indeed often polemical, perhaps all the more so in being on the defensive." (730) Neologismen für Formen der Kritik werden im 20. Jahrhundert durch Ableitungen des Begriffs critique in englischer Sprache gebildet. Die Enzyclopaedia universalis untergliedert im Jahre 1968 critique in philosophische Kritik (critique philosophque), Filmkritik (critique cinématographique), Kunstkritik (critique d´art ), Theaterkritik (critique dramatique), historische Kritik (critique historique), Literaturkritik (critique littéraire) und Sozialkritik (critique sociale). (731) James Robert de Jager Jackson vermerkte im Jahre 1989 über den Begriff historical criticism: "The term ´ historical criticism ´ has been used rather casually to refer to a number of activities that differ from one another in purpose and scale. Some of them are conceived or defined and some are narrow and particular. What they have in common is an interest in the recovery of the past." (732) Lois Tyson unterscheidet im Jahre 1999 in psychoanalytische Kritik (psychoanalytic criticism), Marxistische Kritik (Marxist criticism), feministische Kritik (feminist criticism), die Neue Kritik (New criticism), Leser-Antwort -Kritik (reader-response Criticism), strukturellen Kritizismus (structuralist criticism), dekonstruktiver Kritizismus (deconstructive criticism), neuen historischen und kulturellen Kritizismus (New historical and cultural Criticism), Lesben,- Schwulen und ´Queer´-Kritizismus (Lesbian, Gay and Queer criticism) sowie Postkolonialen und Afroamerikanischen Kritizismus (Postcolonial and African Amerikan Criticism). Tyson schreibt, daß kritische Theorien (critical theories) Werkzeuge (tools) in den Händen des Benutzers (in your hands) sind. (733) [Erstpublikation in: World Development. Oxford. Vol. 5. Nr. 4, 1977]
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