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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Friedrich Schiller beschreibt in dem zweizeiligen Epigramm mit dem Titel Der Wolfische Homer die Fähigkeit des Textkritikers Friedrich August Wolfs, mit hartherziger Critik das verjüngte Gedicht lebendig macht. (533) Der Übersetzer von Wolfs Werk Progemomena zu Homer spricht im Jahre 1968 bei der Durchmusterung des Textes von der Rezension: "Die allen Anforderungen entsprechende Rezension hingegen, welcher ein ansehnlicher Reichthum guter Hilfsmittel aller Art zu Gebote steht, forscht überall nach der wahren Hand des Schriftstellers;" Ein Teil der Methoden wird von Hermann Muchau auch als Kunst freier Konjekturalkritik bezeichnet. (534) Textkritik ist für Muchau ein Begriff für einen anderen Teil der Arbeit eines Philologen: "Denn wie bei der gerichtlichen Untersuchung keine Verstandesschärfe den Mangel an Schriftstücken jeder Art zu ersetzen vermag, so müht sich bei der Geschichtsforschung und der Textkritik selbst der schärffste Verstand vergeblich ab, wenn es sich nicht von einer unausgesetzten Berücksichtigung der Handschriften leiten läßt." (535) Ein anonymer Autor stellt in seinem Epigramm Historische Kritik in Form eines Monologs mit der Personifizierung dieser Methode das Heranziehen von Zeugen als bedenklich dar: Wo allen Zeugen stimmen ein. August von Platen beschreibt in seinem Gedicht An die Poetaster das Dichten der Personen als Geschwätz. Das Sprachspiel Kritikaster und Poetaster in August von Platens Epigramm führt uns Vertreter aus dem Streit vor. Die Xenien sind von Platen in Form von Distichen verfaßt: Schlechten, gestümperten Versen genügt ein geringer Gehalt schon, Zu den Kommentaren in Form von Epigrammen zählen die Xenien. Hinsichtlich ihrer Funktion als Methode der Kommunikation sind die Xenien dem Brief verwandt. Unter den Epigrammen zählen die Xenien zu den Kommentaren. Eine Xenie unter Martials Epigrammen berichtet vom Wettstreit der Dichter in Griechenland. Die Epigramme sind als Kommentare aus Anlaß von Rezensionen mit Anrufungen an Autoren versehen. Schillers Xenien unter den zwischen Goethe und Schiller gewechselten Ur-Xenien dienten als polemische Stellungnahmen gegenüber anderen Autoren ihrer Zeit. Theologisch-satirische Xenien zu den Begriffen Kritik und Kritiker werden von Ludwig Feuerbach verfaßt. Feuerbach beschreibt in der 95. Xenie eine rationalistische Kritik, die närrisch ist, mit den folgenden Worten Selbst ehe die Speisen sie kostet, In der 96. Xenie mit dem Titel Der kluge Kritiker beschreibt er den Kritiker in einem zweizeiligen Monolog mit den folgenden Worten: Kann ich auch sehen, so fragt, eh´er sieht, der Kritiker hochweis; Die 97. Xenie mit dem Titel Die langsame Kritik beschreibt die Wirkung von Kritik in einem Vergleich mit Wein: Bis die Kritik ausmittelt, ob wohl auch trinkbar der Wein ist, In der 89. Xenie mit dem Titel Parturiunt montes [die Berge kreißen] etc. beschreibt Feuerbach den Gegenstand als gemeinen Hund: Was erst durch die Kritik ringsum beschleckt und beschnuffert, In der 99. Xenie mit dem Titel Es wird der Diamant An sich selbst nur erkannt ist eine der Grenzen von Liebe die bloße Kritik: Denken lernst du im Denken, das Wahr´ erkennst du am Wahren. In der 100. Xenie mit dem Titel Und wie die Kritik so kritisch ist? beschreibt Feuerbach die Aufgabe der Kritik als Schildwache am Tor der kritischen Seele, die nach der Anrufung Gut Freund verlangt, in einer Allegorie: Schildwach steht die Kritik am Tor der Kritischen Seele, In der 101. Xenie mit dem Titel Stand und Person der Kritik beschreibt Feuerbach ihre Aufgaben unter den Gelehrten im Reich des Wissens mit den Tätigkeiten einer Hausmagd: Hausmagd ist die Kritik im Reiche des Wissens, sie fegt aus;
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