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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik In einem Scholion zu dem Werk des Horaz ist die Sentenz ´Wir erbitten wie die Dichter, wir geben wie die Kritiker´ (petimus´ quasi poetae,´damus´ quasi critici) überliefert worden. (459) In einer anderen Stelle der Epistula ad Pisones de arte poetica ist das Beneiden (invidere) als Teil von seiner Klage zu finden, in der seine Leistungen mit denen der Sprache (lingua) des Cato und des Ennius für die lateinische Sprache verglichen werden: Ego cur, adquirere pauca Die Tradition der lateinischen Sprache wirkt sich in Deutschland auf Schriften wie die Epistola critica de iure latinam linguam augendi novis vocabulis von dem Göttinger Professor Christoph August Heumann aus. Heumann nutzt eine Terminologie aus dem griechischen und lateinischen Wortschatz. Im Jahre 1719 wird Heumanns Critischer Brief über die Lautmalerei mit dem Titel De onomatopoieia und ein Antwortschreiben des Gymnasiallehrers Johann Tobias Wilhelm als Anhang zu der Schrift Dialogus de oratoribus veröffentlicht. (461) Die Zuschreibung dieses Gespräches zum Werk des Tacitus statt der konventionellen Zuweisung an seinen Lehrer Quintilian in dieser Ausgabe aus dem Jahre 1712 ist ein einmaliger Fehler von einem Kritiker dieses Textes bei der Überlieferung des Verfassernamens dieses Buches. Zum Gegenstand des Gespräches zwischen Fabius, Maternus, Marcus Fabius Secundus, Maternus, Messalla und Aper in dem auch als Dialogus de causis corruptae eloquentiae bezeichneten Werk ist der Vergleich der Redekunst Ciceros und Caesars. (462) Das Werk dient auch der Rechtfertigung von einem der Anwesenden in Bezug auf die Erkenntnisse (cognitionibus) der Richter (iudices): (463) "Ego vero, inquit Secundus, antequam me iudicem Aper recuset, faciam, quod probi & modesti indices solent, ut his cognitionibus se excusent, in quibus manifestum est alteram apud eos partem gratia praevalere." (464) Ein Ausdruck (vox) in den beiden Arten der Redekunst, der eloquentia und der oratoria, ist vor den Fehlern (vitia) der drei Gattungen des schlechten Schreibens (genera male scribendi) nicht gefeilt. (465) Die erste schlechte Gattung des Schreibens wird durch das Bevorzugen des falschen Gesprächspartners hervorgerufen: "Ut autem ordinem qualemcunque servem, tria nota eorum, qui Latine scribunt, vitia. Scilicet peccant primo, qui exoletas voces habent in deliciis, maluntque cum Euandri matre, quam cum florentis eloquentiae auctoribus, loqui." (466) Die zweite Gattung des schlechten Schreibens fördern diejenigen, die ohne Notwendigkeit neue Ausdrücke (novae voces) herstellen: "Alterum male scribendi genus est eorum, qui nullla compulsi necessitate novas fabricant voces, sermonesque ita corrumpunt, ut vix Romani quicquam in eo deprehendas." (467) Die dritte Gattung wird durch die Zurückschrecken vor Neuigkeit (novitas) durch den Aberglauben (superstitio) hervorgerufen: "Tertium genus eos facio, qui omnem abhorrent novitatem superstitione quadem, nihil ferentes, nisi quod e Ciceronis aliorumue florentium scriniis depromptum." (468) In seinem Dialog wird nach Quintilians Darstellung auch die Form (forma) und der Brauch (consuetudo) der alter Richter (veterum iudicorum) erläutert. (469) In einem Briefsteller der späten Antike sind Begriffe der Kritik zur Beurteilung zu finden. Gaius C. Iulius Victor ordnet in seiner Schrift Ars rhetorica auch Vorworte (praefationes) und Unterschriften (subscriptiones) von Schreiben (litterae) den Briefen zu. (470) Victor fordert, ein Brief (epistola) möge klar (clara) und durchsichtig (perspicua) sein. (471) Vgl. auch die Bibliographie zum Dialogus in: Bo, Domenico: Le principali proble-matiche del
Dialogus de oratoribus. Panoramica storico-critica dal 1426 al 1990 con in appendice. Restituzione
critica del testo alla luce di nuova classificazione dei codici Bibliographia e Indici dei nomi e delle
cose. Hildesheim u.a. 1993. S. 399-424.
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