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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik 2.1.3 Themen und Motive der Kritik von Gedichten aus Deutschland im 18. und 19. JahrhundertGedichte mit dem Motiv Kritik sind eine Form von Publikationen im Kritikerstreit. Diese Gedichte mit bewertenden Funktionen nutzen die Tätigkeit von Kritikern in Journalen im 18. Jahrhundert als Motive. Derartige Gedichte, in denen die Kritik und ihre Vertreter beschrieben werden, sind Dokumente über die gesellschaftlichen Aufgaben des Kritikers. Eigenlob und Selbstkritik sind hier die Eigenschaften, mit denen die Kritiker der Gegenwart nicht mehr dem Katalog Tugenden nachzukommen. Im 18. Jahrhundert finden sich Motive für den Criticus und Kunstrichter in Abraham Gotthold Kästners Kästner beschreibt in seinem vierzeiligen Epigramm An die Feinde eines unbekannten Kunstrichters den Bösen Criticus. Kästners Epigramm Anonymität des Recensenten bewertet diesen Berufsstand anonymer Autoren als verwegen und heuchlerisch:
Die Selbstkritik in Form eines Kommentars für die Einleitung des Autors zur seiner Dichtung wird von Verfassern als biographisches Element in ihren Werken genutzt. Die Kritik am eigenen Werk des Dichters ist auch in Form seiner Gedichte zu finden. Die Selbstkritik des Dramatikers Friedrich Hebbel ist ein Beispiel für die Kritik an den eigenen Werken in seiner Klage über die Gegenwart. In Hebbels Gedicht Meine Neuen Gedichte wird mit dem Verzicht auf den Kranz von Blumen auch auf den Verzicht einer Ehrung seines Werkes hingewiesen.
Adolph Freiherr von Knigge beschreibt die Wirkungen zwischen Schriftsteller und Leser als eine schriftliche Unterredung mit der Leserwelt: "Man soll es also dem Schriftsteller nicht übel ausdeuten, wenn er [...] etwas drucken läßt, das nicht gerade die Quintessenz von Weisheit, Witz, Scharfsinn und Gelehrsamkeit enthält. Es ist überhaupt sehr viel schwerer, als man glauben soll, seine eigenen Produkte zu beurtheilen [...]." (353) Im Vorwort vom Juli 1790 zu seiner Geschichte des armen Herrn von Mildenberg schreibt er in Hinblick auf die Aufnahme seines Werkes beim Publicum und den Herrn Kunstrichtern über die Beurtheilung von Literatur: "In wie fern es mir aber damit gelungen ist, das muß ich der Beurtheilung des Publicums ueberlassen, dem ich nur die Rechenschaft schuldig zu seyn glaubte, daß, wenn meine Arbeit nicht ganz seines Beyfalls, werth ist, ich wenigstens nicht ohne alle Ueberlegung so und nicht anders geschrieben habe." (354) Zum Lob des Kritikers werden seine Tugenden in Form von Anrufungen an den Kritiker verbreitet. Derartige Tugenden sind in dem Gedicht An einen Kunstrichter beschrieben, in dem die Begriffe Kraft, Mühe und Qual den Geist des Dichters in einer Aufforderung darstellen: "Stell´s dar, und wandle frey auf nie betretner Spur!-" lautet seine Aufforderung an die Wahrheit als eine Muse des Dichters. Das Gedicht beschreibt die Tugenden und Laster des Kritikers mit Hinweisen, wie er sich zu verhalten habe:
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