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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik Zum Urteil bemerkt Wilhelm von Humboldt im Schreiben Brief an M. Abel-Rémusat mit dem Titel Über die Natur grammatischer Formen im allgemeinen und über den Geist der chinesischen Sprache im besonderen nach der Ausgabe dieses Werkes in Paris im Jahre 1827, daß eine Beurteilung in Form jedes Urteils des Geistes sich eines Verfahrens der Unterscheidung von Begriffen wie dem Vergleich von zwei Begriffen bedient. Hier wird entweder die Identität als Übereinstimmung oder die Andersartigkeit als Nicht-Übereinstimmung vom Beurteilenden behauptet. Jedes Urteil kann für Humboldt demnach auf den Vergleich einer mathematischen Gleichung reduziert werden, die als Gestalt der ursprünglichen Form eines Gedankens durch die Sprachen in die ihnen charakteristische Gestalt der eigenthümlichen Form übertragen wird. Humboldt führt zum Verbum aus, daß es das Zentrum der Grammatik aller Sprachen ist: "Die beiden Begriffe sind in synthetischer Weise miteinander verbunden, indem sie den Begriff der Existenz hinzufügen. Zu diesem Zwecke bedienen sich die Sprachen des flektierenden Verbs, das die Realisierung des verbalen Begriffs ist, und das sich nur in solchen Sprachen findet, die zum Höhepunkt der Präzision und Klarheit gelangt sind, deren Sprache fähig ist. Auf diese Weise wird das Verb zum Zentrum der Grammatik aller Sprachen." (263) Im Jahre 1842 gilt nach dem Kritisch-erklärenden Handwörterbuch der deutschen Sprache als sicher, daß das Verbum kritteln mit der Bedeutung ´kleinliche Kritik üben, tadeln, nörgeln´ unter Einfluß der aus dem griechischen Wortschatz hervorgegangenen Worte mit den Bedeutungen Kritik, kritisch, kritisieren von dem älteren deutschen Wort gritteln mit den Bedeutungen ´Einwürfe machen, mäkeln, unzufrieden sein, zanken´ in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts abgeleitet wurde. (264) Ein Kommentator zeitgenössischer wissenschaftlicher Werke ist Otto von Böhtlingk. Böhtlingks Abhandlung Bemerkungen zur zweiten Ausgabe von Franz Bopp"s kritischen Grammatik der Sanskrit-Sprache erscheint als Auseinandersetzung mit Bopps Studien. Böhtlingk gibt Jovanni Paolo Paninis Werk Acht Bücher grammatischer Regeln heraus, in denen dieser den philologisch-kritischen Charakter des Pentateuchs der Samaritaner bespricht. (265) Böhtlingk und Rudolph Roth schreiben in dem Vorwort ihres Sanskrit-Wörterbuchs über das öffentlichen Urtheilen zu Alexandre Langlois Buch zur Sanskrit-Sprache: "Es muß ihm alle und jede Autorität abgesprochen werden. Und es bedarf dieses Zeugnisses, weil Männer, welche mit dem Sachverhalt recht wohn bekannt sein konnten, aus was immer für Gründen in öffentlichen Urtheilen diese Wahrheit nicht ausgesprochen haben." (266) Böhtlingks Kritische Bemerkungen zur zweiten Ausgabe von Kasem-Bek"s tuerkisch-tatarischer Grammatik, zum Original und zur deutschen Uebersetzung werden von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg im Jahre 1848 veröffentlicht. Böhtingk ist so ein Vertreter der zeitgenössischen Studien zum Vergleich von zeitgenössischen Sprachen im Jungen Deutschland.
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