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Prof. Dr. Fee-Alexandra Haase: Kritik 1.3.6 Bezeichnungen der Critica in der Philologie zu griechischen und lateinischen Schriften im 19. JahrhundertDie Autoren, die mit eigenen Gesetzen (leges) und Regeln (regulae) gegenüber anderen Institutionen oder Disziplinen Kritik anwenden, behandeln Literatur wissenschaftlicher und künstlerischer Disziplinen und ihrer Medien mit Begriffen dieser Terminologie in theoretischen Abhandlungen. Begriffe dieser Terminologie sind im Deutschen und zeitgenössischen europäischen Sprachen wie auch antiken griechischen und neulateinischen Texten den Ausdrücken Wert, Bewertung, Urteil, Rezension, Regel und Unterscheidung zugeordnet. Die Werke, die so wie August Detlev Christian Twestens Commentatio critica de Hesiodi Carmine, der im Jahre 1815 veröffentlicht wird, Fragen nach Methoden der Kritik behandeln, sind in der Literatur des 19. Jahrhunderts in lateinischer Sprache verfaßt. Die Schrift Lysiae orationes quae supersunt omnes et deperditarum fragmenta mit ihrem kritischen Kommentar zu Stellen der Texte von Lysias und Demosthenes (commentatio critica de locis nonullis Lysiae et Demosthenis) wird im Jahre 1829 von Karl Friedrich Gottlob Foertsch publiziert. Die Abhandlung De sectionis caesareae historia, methodis uterique cicatrice critica quaedam von Leonhard Knops gehört zu den im Jahre 1845 über die ebenfall zur Kritik über römische Autoren veröffentlichten Schriften. Vertreter der kritischen Untersuchung (disquisitio critica) sind die Disquisitio critica zum Werk von Aristoteles in Maria Mattheus Baumhauers Abhandlung Disquisitio critica de Aristotelia vi in Ciceronis scriptis aus dem Jahre 1841. Vertreten ist diese Form kritischer Literatur im Jahre 1839 auch durch Karl Eduard Gläsers Abhandlung Disquisitio critica de T. Calpurnii Siculi eclogis und die Disquisitio critica de fontibus et auctoribus von Rudolph Helprich Eyssonius Wichers im Jahre 1828. Ein Autor eines kritischen Kommentars (commentatio critica) ist im Jahre 1837 Karl Heinrich Volckmar, der seine Schrift De Xenophontis Hellenicis Commentatio historico-critica über Xeonphons Werk herausgibt. Alphons Heckers Schrift Commentatio critica de anthologia Graeca wird im Jahre 1843 als eine Reaktion auf die mehrbändige Edition von Texten der griechischen Antike publiziert. Als Schulprogramme an Gymnasien in Deutschland sind Beiträge zur Kritik wie Robert Ungers Beiträge zur Kritik der griechischen Anthologie im Jahre 1844 vertreten. Heinrich Brughsch spricht im Praefatio zu seinem Werk Scriptura Aegyptiorum demotica bei der Entzifferung der demotischen Schrift davon, daß griechische und lateinische Schriften (litterae) schon erforscht (explorare) und durchschaut (perspicere) sind, während die Schriften der Ägypter (Aegyptiarum litterae) in drei Gattungen der Schreibung (genera scripturae) und Formen (forma) der Buchstaben (litterae) noch Schwierigkeiten (difficultates) bieten. (213) Diese Abhandlung von Brughsch stellt in der Wissenschaftsgeschichte eine Ausnahme dar. Die lateinische Sprache wird als Sprache der Wissenschaft im 19. Jahrhundert durch die Nationalsprache abgelöst. Wilhelm Bauer gliedert in seinen kritischen Studie mit dem Titel Der ältere Pythagoreismus im Jahre 1897 diese Lehre in die pythagoreische Metaphysik, die pythagoreische Kosmologie und die pythagoreische Ethik. (214) Die antiken griechischen Begriffe sind in Kommentaren mit neulateinischen Beschreibungen überliefert. In seinem Vorwort des Herausgebers (praefatio editoris) zur Schrift De placitis Hippocratis et Platonis libri novem von Claudius Galenus beschreibt Iwan Mueller im September des Jahres 1874 seine Anmerkungen als kritische Vorworte (prolegomena critica) und kritische Anmerkung (adnotatio critica), die vor und nach dem Text des Galenus (scriptoris verba ipsa) erscheinen. (215) Zu Beginn der Moderne finden wir Übersetzungen aus dem Griechischen in das Neulateinische zu dem Werk De constructione libri quattuor von Apollonius Dyscolus, die Begriffe der Kritik in neulateinischer Sprache des 19. Jahrhunderts dokumentieren. Die Übersetzung des Wortes κριτικος mit dem Ausdruck ´bereit zu unterscheiden´ (aptus ad distiguendum) und von κριτηριον als ´Unterscheidung´ (distinctio) liegen in diesem Werk vor. (216) Die Kritik, die κριτικη τεχνη, wird vom Übersetzer der Ars grammatica des Dionysius Thraces als ars in scholio bezeichnet. (217)
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